Linux-Entwickler erstellen Online-Pranger
Mittwoch, 12.04.2006
- Autor:
Susanne Papadopoulos
Kategorie: Software
Entgegen der landläufigen Meinung ist Linux nicht nur ein recht günstiges
Betriebssystem (per Download sogar kostenlos), sondern beinhaltet eine
gewisse Philosophie. Da die Plattform vielfach von Enthusiasten gepflegt
und erstellt wird, fühlen diese sich natürlich auf den Schlips getreten, wenn
kommerzielle Anbieter das Linux-Betriebssystem modifizieren und verkaufen
(und damit Geld verdienen), sich aber nicht an die Regeln der GNU GPL
(GPL = General Public Licence) halten. Diese besagt unter anderem, dass jeder,
der das Betriebssystem für kommerzielle Zwecke verändert und einsetzt den
modifizierten Quellcode veröffentlichen muss. Tun aber natürlich die wenigsten
schwarzen Schafe, da sie ihre Geschäftsgeheimnisse gefährdet sehen.
Deshalb haben Linux-Entwickler jetzt eine Internet-Seite erstellt, um die
Daumenschrauben für Lizenz-Sünder anzulegen. Darauf finden sich unter anderem
bekannte Unternehmen wie LIDL und ALDI. Ziel ist es, den öffentlichen Druck zu
erhöhen und eine Einigung mit den Entwicklern zu erzielen. Am Rande der
diesjährigen Open-Source Konferenz in Wien sagte der Leiter des Projekts
gpl-violations.org, Harald Welte, wenn die Community das Gefühl habe, sie werde
nur gemolken und es komme nichts zurück, dann demotiviere das viele Entwickler.
Geschönte Bilanzen kosten AOL 2,65 Mrd. Dollar
Montag, 10.04.2006
- Autor:
Susanne Papadopoulos
Kategorie: Allgemein
AOL soll zwischen 1998 und 2004 insgesamt 15 Mal beschönigte Quartalszahlen
veröffentlicht haben. Dazu sollen dutzende Werbe-Transaktionen unkorrekt
verbucht worden sein, um die Umsatzzahlen zu erhöhen. 600.000 US-Aktionäre
verklagte das Unternehmen daraufhin in einer Sammelklage. Nach sieben Monaten
Verhandlungsdauer wurde jetzt ein Vergleich erzielt: AOL zahlt den Klägern
2,65 Mrd. Dollar Entschädigung für entstandene Schäden. Wie hoch diese genau
waren, darüber konnten sich die beiden Steitparteien bis zuletzt nicht einigen.
AOL wird auf der Zahlung nicht alleine sitzen bleiben: 100 Millionen Dollar zahlt
die Bilanzprüfungs-Gesellschaft von AOL, nämlich Ernst & Young LLP.
Wo man singt, ...
Montag, 10.04.2006
- Autor:
Susanne Papadopoulos
Kategorie: Allgemein
Jeder kennt den Spruch: "Wo man singt, dort lass Dich nieder, böse Menschen haben
keine Lieder." Doch ein 24-jähriger Brite kann diese Volksweisheit nicht unter-
schreiben: Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, wurde der Mann fest-
genommen und verhört, weil er während der Taxifahrt zum britischen Flughafen
Durham den Text zum Clash-Lied "London Calling" laut mitgesungen hatte. In dem
Wagen gab es die Möglichkeit, den MP3-Player an das Autoradio anzuschließen.
Der Brite tat genau das und sang so verhängnisvolle Textzeilen mit wie "Now war
is declared - and battle come down" in etwa: Der Krieg wurde erklärt und die
Schlacht bricht bald herein. Eine Sprecherin der Polizei von Durham erklärte, sie
haben den Briten verhört und danach freigelassen. Seinen Inlandsflug nach
London hat er allerdings verpasst.
Googeln für Paranoide
Montag, 03.04.2006
- Autor:
Susanne Papadopoulos
Kategorie: Internet
Spiegel online veröffentlicht ein Interview mit der Google Vize-Präsidentin Marissa
Mayer, das ursprünglich in der Zeitschrift "Galore" erschienen ist. Nach allgemeinem
Blabla wird es erst am Ende etwas interessanter. Zunächst sagt Mayer, es sei jedem
Einzelnen überlassen, ob die Google-Angebote es ihm Wert sind, ein Stück seiner
Privatsphäre aufzugeben. Am Ende des Interviews sagt sie aber: "Eine Suchmaschine
kann immer nur so gut sein, wie sie den Nutzer versteht, mit dem sie es zu tun hat.
Daran führt kein Weg vorbei." Denn in der Antwort zuvor hatte Mayer angekündigt:
"...Google (wird) in der Zukunft noch mehr über Sie wissen: wo Sie sich gerade
befinden, was Sie mögen." Mir persönlich gefällt der Gedanke daran nicht und ich
halte es mit Andy Grove, einem der drei Mitbegründer von Intel, der gesagt hat:
"Nur die Paranoiden überleben."