Dienstag, 12. September 2017       Susanne Papadopoulos      

Das Traum-Handy der Verbraucher

Studie zeigt überraschenden Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Was wünschen sich die Deutschen von Ihrem Smartphone? Dass der Akku lange hält und das Gerät robust ist. Das haben Forscher des Zentrums Technik und Gesellschaft (ZTG) an der TU Berlin in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden.
Die Wissenschaftler erforschten die Wünsche der Verbraucher bei elektronischen Produkten. Stellvertretend dafür haben sie Handys und Waschmaschinen ausgewählt. Auch bei Waschmaschinen überrascht das Ergebnis kaum: Konsumenten bevorzugen Modelle mit langer Lebensdauer und geringem Strom- und Wasserverbrauch. Marke und Modell seien zweitrangig, so die Wissenschaftler. "Unsere Studie zeigt, dass 70 Prozent der Befragte es eher anstrengend finden, dass es ständig neue Modelle auf dem Markt gibt", erklärt Dr. Melanie Jaeger-Erben, Leiterin der Forschergruppe am Zentrum Technik und Gesellschaft. Die Hersteller könnten sich der Studie zufolge viel Aufwand bei Produktentwicklung und Werbung sparen. "Neu" oder "jetzt auch mit" zieht nicht so wie "altbewährt" und "bekannt".
Wichtigstes Wunschkriterium - so das ZTG - ist also die Haltbarkeit der Geräte. Allerdings wissen die Verbraucher oft nicht genau, was sie dazu beitragen können, dass die Investition sich lohnt. Bei Smartphones ist häufig der Akku die lebensdauerverkürzende „Schwachstelle“, ein korrektes Ladeverhalten kann die Lebensdauer der Geräte also deutlich beeinflussen. Werden Nutzerinnen und Nutzer konkret danach gefragt, welche Form der Aufladung am förderlichsten im Sinne der Langlebigkeit ist, zeigt sich, dass nur circa 40 Prozent die eigentlich richtige Praxis kennen: den Akku nicht gänzlich zu be- und entladen. Ein Drittel glaubt hingegen, dass das vollständige Be- und Entladen richtig ist – was den Akku dauerhaft aber eher strapaziert. 16 Prozent der Befragten ist nicht klar, dass ihr Ladeverhalten auf die Haltbarkeit des Akkus überhaupt eine Auswirkung hat.
Wo das Wissen fehlt, wünschen sich die Verbraucher mehr Informationen: 80 Prozent der Befragten geben an, dass sie gerne mehr wissen möchten, wie sie zur Haltbarkeit ihrer Geräte beitragen können. Mehr Informationen zur Studie "Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit" erhalten Sie auf der Website des ZTG.
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